Krankheitsbild bei der Trockenen Form

Grundsätzlich sollte man wissen, daß es die "trockene Form" der FIP eigentlich nicht gibt, besser gesagt, es ist der Ausdruck einer veralteten Meinung.

Früher dachte man, daß es drei Formen der klinischen FIP gäbe: 

die nasse FIP (mit Erguß - fibrinöse Peritonitis - in Thorax (Brustkorb), Abdomen (Bauchraum) oder Perikard (Schutz, Gleithülle des Herzens), 

die trockene Form (nicht mit Erguß begleitet, sondern "granulomatösen" Veränderungen in den Organen, den Augen und im Zentralen Nervensystem),

die gemischte Form (sowohl Ergüße als auch Organveränderungen)

Irgendwann sprach man dann nur noch von der "trockenen" oder "nassen" Form, aber inzwischen hat sich herausgestellt, daß die Katzen immer mehr oder weniger einen Erguß aufweisen und daß immer auch Organveränderungen nachgewiesen werden können. 

Insofern ist der Ausdruck "trockene FIP" nicht mehr richtig. Die Krankheit kann nur mehr durch einen Erguß oder mehr durch Gewebsveränderungen begleitet werden.

Die Symptome bei FIP sind sehr verschieden, da eben auch fast alle Organe betroffen sein können (was die Diagnose wiederum erschwert). Vor allem sind oft die Leber, Nieren, Darm, Bauchspeicheldrüse, Augen und das Zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind dann entzündlich verändert (eine Entzündung der Organe muß aber nicht gleichbedeutend mit FIP sein! und kann von der Symptomatik her genau gleich sein).

Ein Anzeichen für eine Infektionskrankheit (und das kann auch FIV oder FeLV sein, bei Erbrechen und Durchfall bitte auch an Katzenseuche denken) ist meist antibiotika-resistentes hohes Fieber, Freßunlust, Apathie, ein insgesamt gestörtes Allgemeinbefinden und Gewichtsverlust.

Augenveränderungen und gleichzeitig ZNS-Symptome zeigen ca. 60% aller Katzen "ohne" Erguß

nur ZNS-Symptome treten bei ca. 25% der betroffenen Katzen auf

Die ZNS-Symptome zeigen sich in Augen- oder/und Kopfzittern und/oder Bewußtseinsstörungen.

Das Auge verändert sich (Irisveränderungen, Ödembildung in der Iris, vermehrter Tränenfluß, Lidkrampf, Pupillenverengung).

Grundsätzlich ist es noch schwerer, die "trockene" Form nachzuweisen, wenn nicht genug Flüssigkeit für ein Punktat vorhanden ist.

Die Untersuchungen sollten noch intensiver mittels allen Hilfsmitteln durchgeführt werden. Ein großes Blutbild (siehe Blutuntersuchungen) ist unabdingbar. Das alleine ist aber leider bei der "trockenen" FIP nur begleitend von Nutzen. Unbedingt sollten Röntgenaufnahmen (Kopf und Wirbelsäule - bei Augenveränderungen oder Veränderungen des ZNS) und Ultraschall (Organe, Herz) durchgeführt werden.

Sind Anfälle vorhanden, aber kein Fieber, sollte auf Epilepsie untersucht werden. Bei Fieber und Störungen des ZNS sollte man nicht vergessen, daß dies auch bei Borreliose oder Toxoplasmose passieren kann.

Ich kann nur nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß eine eingehende Untersuchung wirklich absolut notwendig ist. Am "kostengünstigen" und am stressfreiesten für die Katze ist es, wenn dies alles auf einmal und an einem Ort stattfinden kann.

Hat Eure Katze ähnliche Symptome und nach der ersten Antibiotikaspritze immer noch Fieber - sucht SOFORT - spätestens aber wenn auch die zweite Antibiotikaspritze keine Besserung bringt - eine gute Tierklinik oder einen gut ausgestatten Tierarzt auf und verschwendet keine Zeit. Es könnte lebensrettend für Eure Katze sein! Wartet nicht zulange - ihr habt die Verantwortung für Eure Katze übernommen!

 

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