Direkter Erregernachweis

Bei der FIP ist die Isolierung des Virus bei einer erkrankten Katze (und nur dann sind diese Methoden in Betracht zu ziehen) fast unmöglich. Dennoch gibt es einige Untersuchungsmethoden, die hier kurz erläutert werden:

Im folgenden wird immer von einem positiv oder negativ "prädiktiven" Wert gesprochen. Prädiktiv bedeutet so viel wie "Wahrscheinlichkeit einer medizinisch/diagnostischen Untersuchung". Der Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit wird aus den Werten der Sensitivität (Empfindlichkeit) und der Spezifität der Methode sowie der bekannten Prävalenz (relative Häufigkeit der Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Population) der Krankheit berechnet.

Immunfluoreszenztest (IFT)

Sollte die Katze wirklich an FIP erkrankt sein, ist bei positivem Befund der IFT die sicherste Methode in der Diagnostik. 

Probenmaterial: Gewebe und/oder Erguß

Aussagekraft:

positiv prädiktiver Wert: 100% 
negative prädiktiver Wert: 57%.

Beweisend für FIP ist hier, wenn im Erguß der Antigen-Nachweis in den Fresszellen (Makrophagen) mittels immunhistochemischer Färbung nachgewiesen wird.

Meines Wissens ist der IFT zur Zeit nur an der Uniklinik in Gießen durchführbar. Der Tierarzt muß das Punktat also einsenden.

Für den IFT-Test gilt:

Die Zellen aus Punktat sind insgesamt sehr instabil und überstehen eine Lagerzeit und einen Transport meist nicht unbeschadet. Sie zerfallen teilweise schon nach 30 Minuten. Solltet Ihr die Tests also nicht in der Uni Gießen oder bei einem anderen gut ausgestatteten TA/Klinik durchführen lassen können, muß der TA das Punktat schonend zentrifugieren (anreichern) und aus dem Sediment einen Ausstrich machen und diesen Ausstrich zusätzlich zum Punktat einsenden. Aber selbst dann, sollte der Ausstrich und das Punktat nicht lange gelagert werden.

KELISA 
(Kompetitive-Enzyme-Linked Immunosorbent assay)

Es ist nur schwer bis gar nicht möglich, das Virus im Erguß/Serum zu "isolieren" und somit nachzuweisen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, nach viralen Antigenen (Antigene sind Substanzen im Körper, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind) im Körper zu suchen.

Methode: Messung der zirkulierenden Immunkomplexe (Antigen-Antikörper-Komplexe)
Probenmaterial: aus Serum und/oder Erguss

Aussagekraft:

positiv prädiktiver Wert: 67%
negativ prädiktiver Wert: 84%

PCR (Polymerasekettenreaktion)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die PCR ist eine der am wenigsten geeignetesten Methoden, das FCoV nachweisen zu wollen.

Probenmaterial: Gewebe und/oder Blut und/oder Erguß

Aussagekraft:

nicht näher bestimmt, grundsätzlich ist die PCR ungeeignet zum Nachweis zwischen mutierten oder nichtmutierten Viren

In England wurden 55 Blutproben klinisch gesunder Katzen mittels PCR getestet. Die Katzen stammten aus Haushalten, in denen kurz zuvor eine Katze an FIP erkrankte. 49 dieser Katzen waren in der PCR positiv. Die Katzen wurden zwölf Monate überwacht. Die PCR-positiven Katzen erkrankten nicht häufiger an FIP als die PCR-negativen Katzen.

Daher ist die PCR keine sichere Methode, um FIP zu diagnostizieren.

 

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