Dauerausscheider


Die felinen Coronaviren (FCoV) werden sowohl von Katzen ausgeschieden, die an FIP erkrankt sind, als auch von Katzen, die nicht erkrankt sind. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Definitiv scheiden Katzen das Virus aus, wenn sich der Körper in der Mutationsphase befindet (heisst, wenn eine Katze Varianten des FCoV ausgesetzt ist, die mutiert sind und damit die Fähigkeit erlangt haben, sich im Körper der Katze zu vermehren, zu verändern und FIP zu verursachen). Die Mutationsphase und damit auch die Ausscheidungsphase kann Wochen oder Monate andauern.

Die meisten Katzen verbreiten nach der Ansteckung das FCoV eine Weile (zwischen einem und neun Monaten). Sie entwickeln Antiköper und scheiden dann das Virus nicht mehr aus. 

13% aller infizierten Katzen werden jedoch zum lebenslangen Überträger der FCoV. Sie bleiben in der Regel gesund und erkranken nicht an FIP. Manche leiden allerdings an chronischem Durchfall.

Wenn man es vermeiden kann und einen Dauerausscheider frühzeitig erkennt, sollte man - wenn möglich - keine zweite Katze zu einem Dauerausscheider dazu nehmen. Eine zweite Katze wäre dem ständigen Infektionsdruck eventuell nicht gewachsen.

Aber wie erkennt man einen Dauerausscheider?

Im Veterinärmedizinischen Labor der Universität Zürich wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem die Menge des mit dem Kot ausgeschiedenen FCoV bestimmt werden kann. Dieses Verfahren beruht auf dem TaqMan-PCR-Prinzip.

 Zur Durchführung des Tests wird sehr wenig Kot benötigt, der mit einem Wattestäbchen direkt aus dem Enddarm der Katze zu entnehmen ist. Zur Ermittlung von Dauerausscheidern genügt es, wenn von allen Katzen eines Bestandes viermal (in wöchentlichen Abständen) je eine Kotprobe entnommen und dem Labor zur Untersuchung eingesandt wird. 

Das TaqMan-Verfahren erlaubt nicht nur abzuklären, ob FCoV vorhanden ist, sondern auch die Bestimmung der Virusmenge pro Kotgewicht. 

Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass Katzen, die viel Virus ausscheiden, auch regelmässig ausscheiden. Die grösste Gefahr einer Infektion geht von den Dauerausscheidern aus, die im Vier-Wochen-Test viermal positiv sind und dabei viel Virus ausscheiden. 

Solche Dauerausscheider weisen in ihrem Kot bis zu einer Million mal mehr Virus auf als Katzen, die lediglich gelegentlich ausscheiden. 

Quelle: Information für Katzenhalter von Prof. Hans Lutz

Wo kann man den Test durchführen?

Früher konnte man den Test nur bei der Uni Zürich durchführen. Inzwischen wird in Deutschland diese Methode auch bei Laboklin angeboten. Auf der Homepage der Uni Zürich kann man sich weiter informieren.

Laboklin schreibt in einem Rundschreiben, daß ein einmaliger Test ausreicht. Darauf sollte man sich nicht einlassen. Die Empfehlung der Uni Zürich lautet auf vier verschiedene Kotproben im Abstand von je einer Woche.

Dr. Addie schreibt sogar folgendes:

"2. Ein einzelnes RT-PCR-Ergebnis sagt nicht viel aus: wenn eine Katze vorübergehend Viren abgibt oder es nicht tut, kann sich dies schon am nächsten Tag geändert haben, in die eine oder in die andere Richtung. RT-PCR ist daher nur sinnvoll in einer Serie mehrerer Tests und in Kombination mit dem Immunofluorescent Antikörper-Test (IFA), da RT-PCR fehleranfällig ist und falsche positive oder falsche negative Resultate erbringen kann. 

3. Um sicher zu gehen, dass eine Katze das FCoV eliminiert hat, sind 5 aufeinanderfolgende monatliche negative RT-PCR-Testresultate am Kot erforderlich."

Quelle: http://www.dr-addie.com/German/Whatsnewger.htm 

Ich würde mich daher nicht auf ein einmaliges Ergebnis verlassen, sondern lieber mindestens die Empfehlung der Uni Zürich einhalten.

 

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