Bedeutung in der Zucht

Wie auch schon beim Punkt "Ausbreitung" beschrieben, kommt das FCoV weltweit bei Haus- und Wildkatzen vor. Das Virus wird vor allem dort "verteilt" wo viele Katzen unter einem Dach leben (z.B. Tierheime, Tierpensionen, Mehrkatzenhaushalte). Auch Züchter sind von der Problematik betroffen. Und auch sie können - außer eines guten Hygienemanagements - nicht sehr viel gegen das FCoV in ihrer Zucht tun.

In einer mehrjährigen Studie in England wurde versucht, durch ein Sanierungsprogramm  die Eliminierung des FCoV zu ermöglichen. In England ist es mit diesem Programm (Early Weaning) gelungen, das FCoV aus vielen Zuchten zu eliminieren. 

Early Weaning

Da neugeborene Katzenwelpen in den ersten 5 Wochen ihres Lebens durch die Muttermilch geschützt werden, werden für die trächtigen Mütter kurz vor der Geburt sogenannte "SPF - Zimmer" eingerichtet, in denen peinlich genaue Hygienevorschriften strengstens und immer ( !!) beachtet werden. Es darf nur von einer einzigen Person betreten werden, die zudem immer penibel saubere, gewechselte Kleidung trägt (kein Kontakt mit den anderen Katzen des Bestandes!). Außerdem müssen bei jedem Betreten die Schuhe und die Hände desinfiziert werden.

Nach 5 Wochen werden die Welpen abgesetzt und die Mutter, die ja FCoV - Trägerin ist, wird zurück in den Bestand gebracht. Die Babys hingegen bleiben weiterhin auf der Isolierstation, wo sie ohne das Virus bis zur 16. Woche großgezogen werden. In der 16. Woche werden sie dann geimpft gegen FIP. 

Prof. Dr. Lutz sagte auf dem Vortrag am 19.11.2003 am Paul Ehrlich Institut folgendes dazu:

Bei einer in Deutschland durchgeführten Studie war das Verfahren nicht erfolgreich. Er wüsste nicht, warum es angeblich in England funktioniert. Hier würde es nicht funktionieren.

Mehr über das "Frühabsetzen" findet man auf der Homepage von Dr. Addie:

Frühzeitige Entwöhnung und Isolation

Meine Meinung dazu:

Sicher könnte eine frühzeitige Entwöhnung und Isolation und verschiedene Maßnahmen in Zuchten dazu führen, daß eine Zucht Coronavirus-frei bleiben könnte, aber wer möchte denn schon ein Kätzchen haben, welches so isoliert und nicht sozialisiert aufgezogen wurde? Ich möchte auch keinem Kätzchen zumuten, ab der 5. Woche isoliert von der Mutter aufzuwachsen.

Für mich steht ein Züchter eigentlich lediglich in der Verantwortung dafür Sorge zu tragen, daß er keinen Dauerausscheider in seiner Gruppe hat.

Es wird sich gerade auch in Zuchten nicht vermeiden lassen, daß man das FCoV im Bestand hat und somit eben auch Kitten mit einem Antikörpertiter abgibt. Aber meiner Meinung nach sollte ein Züchter versuchen, den Virusload in seinem Bestand gering zu halten. Und das bedeutet für mich, daß kein Dauerausscheider mit der Gruppe leben sollte. 

Ich bin der Meinung, wenn man Katzen züchtet und somit das Entstehen von neuem Leben fördert hat man eine sehr große Verantwortung. Und da gehört für mich nicht nur das Testen auf rassenspezifische Erkrankungen dazu sondern eben auch andere Vorsichtsmaßnahmen. Und wenn ich dann als Züchter weiß, daß ein Dauerausscheider in der Gruppe lebt, dann empfinde ich es als wichtig und richtig, die Zucht aufzugeben.

Ich bin mir sicher, daß ich mir mit dieser Meinung in Züchterkreisen keine Freunde mache, aber jeder hat da seine eigene Meinung und seinen Standpunkt. Und das ist meiner.

Genetik

Zur genetischen Prädisposition gibt es eine interessanete Internet-Seite:

Seit 1996 haben Foley/Peterson über 10 Generationen hinweg Beobachtungen gemacht und dabei festgestellt dass FIP in der Katze selbst entsteht und dass eine genetische Prädisposition vorhanden sein muss. Ohne diese erbliche Veranlagung wird die Katze auch nicht an FlP erkranken. Wenn eine Katze jedoch diese Veranlagung aufweist ist sie von ihrer Entstehung an dazu bestimmt an FlP zu erkranken und vielleicht sogar daran zu sterben, sofern sie irgendeinmal in ihrem Leben mit dem FIP-Virus in Kontakt kommt. 

Quelle: Genetische Disposition

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